Hans Schleif war Architekt und Archäologe, renommierter Wissenschaftler, Professor für antike Baukunst, Familienvater und ranghohes Mitglied der SS. Sein Enkel, Matthias Neukirch, ist Schauspieler am Deutschen Theater in Berlin, und begibt sich auf die Suche nach seinem Großvater.
Premiere im Oktober 2011 im Deutschen Theater Berlin.
Regie Julian Klein
nominiert für den Friedrich-Luft-Preis 2011
weitere Vorstellungen:
20. Januar 2012, Deutsches Theater Berlin
27. Januar 2012, Schauspiel Hannover, Ballhof 2
05. Februar 2012, Deutsches Theater Berlin
“Ein Schauspieler erzählt von der Auseinandersetzung mit seiner familiären Vergangenheit. Matthias Neukirch berichtet von den Schwierigkeiten der Recherche, von Dokumenten, die fehlen, er zeigt und beschreibt Bilder, zitiert Briefe und Beurteilungen. Der Schauspieler unternimmt den waghalsigen Versuch, die Vergangenheit mit der Gegenwart zu verschränken. Er gibt viel von sich preis. Das ist berührend, aber auch unangenehm. Er hat über Hans Schleif herausgefunden, dass sein Denken von einem Hang zu Extremen gekennzeichnet war: ein Entweder-oder-Denken, dem Unsicherheiten fremd waren. Sein Enkel macht da das Gegenteil. Exakt das Gegenteil.” Ronald Meyer-Arlt
“Der Suchmonolog schwankt zwischen Unerbittlichkeit im Aufdecken von Verbrechen und der Angst, in der Biografie des Opas tatsächlich einer Untat fündig zu werden. Neukirch ist ein Wissenwollender, der seine Zweifel, Hoffnungen und Ängste nicht versteckt. Er gestaltet einen sehr persönlichen Abend, der gleichwohl auf bizarre Art antike Mythen, Holocaust und Wunderwaffen miteinander verknüpft. Selten ist Geschichte so greifbar geworden.” Tom Mustroph
Neukirchs Recherche, unangestrengt und gerade dadurch schwer beklemmend, ist der packende Versuch, anhand von Familiendokumenten zu ergründen, wie es geht, dass ein kluger Kopf aus tief bürgerlichem Anstands-Milieu zum Verbrecher wird. Und wie sie sich diese Tragödie im ganz Alltäglichen zusammenzieht. Etwas Furchtbares, lapidar aufgeblättert. Ein netter, ein grauenvoller Tugendbold „in wirklich guten Zeiten“. Reinhard Wengierek
